Pneumokokken-Impfung

Thema des Monats November 2016

Der häufigste Erreger der Lungenentzündung ist die Pneumokokke. Gegen diese gibt es seit 1983 einen 23-valenten Polysaccaridimpfstoff (Pneumovax 23®). Seit einigen Jahren steht mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff (Prevenar 13®) ein zweiter Impfstoff zur Verfügung. Pro Jahr versterben mehr als 5000 Menschen an Pneumokokken.

Bis vor einigen Jahren musste man die Impfung alle 6 Jahre wiederholen. Dann gab die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) die Empfehlung heraus, dass eine Wiederholung nicht mehr erforderlich sei.
Nun hat die STIKO jüngst die Impfempfehlungen zur Pneumokokken-Impfung erneut geändert (08/2016).

Es gilt nun folgendes:

  • Senioren ab 60 Jahren und immunkompetente Erwachsene mit Grunderkrankung sollten sich mit dem 23-valenten Impfstoff impfen lassen.
  • Personen mit Immundefizienz sollten sich nacheinander mit dem 13-valenten und dem 23-valenten Impfstoff impfen lassen. Dies gilt z.B. auch für Cochlea-Implantat-Träger und Pat. mit Liquorfistel). Aus immunologischen Erwägungen sollte zuerst mit dem 13-valenten und nach 6-12 Monaten mit dem 23-valenten geimpft werden.
  • Kinder zwischen 2-15 Jahren mit einer Grunderkrankung sollten mit beiden Impfstoffen geimpft werden.
  • Kinder unter 2 Jahren sollten weiterhin mit dem 13-valenten Impfstoff geimpft werden.
  • Wiederholungsimpfungen: nach individueller Indikationsstellung nach mindestens 6 Jahren
  • Erwachsene mit beruflicher Exposition mit Metallrauchen: Impfung mit dem 23-valenten Impfstoff, Wiederholungsimpfung alle 6 Jahre, solange die Exposition besteht

[Deutsches Ärzteblatt vom 30.09.2016]